Bluetooth-Tracker: Könnte gut sein, ist es aber leider nicht

Bald geht es für uns in den Urlaub und wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir unser Gepäck im Auge behalten können. Da sie derzeit ohnehin in aller Munde sind, dachte ich an Bluetooth Tracker wie z.B. AirTags oder Tile.

Wenn man sich das Funktionsprinzip genauer ansieht, klingt das schon nicht schlecht. Die kleinen Geräte senden ein Bluetooth-Signal aus und umliegende Smartphones empfangen es und melden ihren aktuellen Standort an den Server, sodass ich sehen kann, wo sich der Tracker (ungefähr) befindet. Diesen Umweg über Smartphones in der Nähe muss man leider gehen, da die Tracker selbst kein GPS oder eigene Internetverbindung besitzen.

Die Krux an der Sache ist aber auch: Das Prinzip steht und fällt mit den teilnehmenden Geräten in der Nähe. Und da sieht es außerhalb des Apple-Kosmos sehr, sehr dünn aus. Für Android gibt es Tracker wie z.b. Chipolo oder Tile und im Samsung-Kosmos gibt es eigene Tracker von Samsung. Ich habe mich mal mit den Trackern von Tile beschäftigt und muss gestehen, dass ich herbe enttäuscht bin.

Erwähnen wir mal das positive zuerst: Die Tracker sind klein und besitzen bereits eine Öse, um sie am Schlüsselbund zu befestigen. Zudem gibt es auch eine Variante im Kartenformat, die in den Geldbeutel passt. Des Weiteren können die Tracker auf Zuruf eine Melodie abspielen, um sie im Raum besser zu finden.

Bedauerlicherweise lässt sich aber die Batterie nicht wechseln, sodass der Tracker nach 3 Jahren (Herstellerangabe) ausgetauscht werden muss. Und das Auffinden klappt auch nur, wenn sich der Tracker in Reichweite befindet. (etwa 70 Meter) und selbst in Reichweite, dauert es recht lange, bis das Smartphone den Tracker findet.

Das Auffinden außerhalb der Reichweite soll angeblich über das Tile-Netzwerk möglich sein. Das muss aber erst aktiviert werden und geht nur, wenn man den Gegenstand bereits verloren hat. Angeblich sollen dann andere Geräte, die die Tile-App installiert haben, den Gegenstand finden und melden. Dieses Netzwerk ist jedoch vergleichsweise dünn, denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in der Nähe meines verlorenen Gegenstands ist, der auch Tile-Nutzer ist? Leider recht gering!

Und selbst wenn doch, dann funktioniert es nicht. Ich habe die Probe gemacht und einen Tracker bei uns im Haus liegenlassen. Sowohl meine Frau, als auch ich haben die Tile-App installiert.
Ich habe von Unterwegs den Tracker als verloren markiert. Theoretisch müsste der Tracker durch das Smartphone meiner Frau gefunden werden. Leider tut es das nicht. Erst als ich selbst zu Hause ankam, und der Tracker in Reichweite war, bekam ich eine Meldung, dass der Tracker in Reichweite ist.

So ist dieses System völlig unbrauchbar.

An dieser Stelle muss ich tatsächlich dicke Props an Apple aussprechen, denn das AirTag System funktioniert wesentlich besser. Zwar hat das iPhone in Deutschland einen Marktanteil von nur knapp 27% (Quelle: Statista), allerdings nimmt jedes iPhone automatisch am „Wo-ist“-Netzwerk teil. Die Chance, dass in der Nähe eines AirTag irgendein iPhone zugegen ist, ist relativ hoch. Da iPhones auch die Richtung und die Entfernung des AirTags lokalisieren können, sind die Standortangaben der Tracker erstaunlich genau.

Als Android-Nutzer schaut man allerdings in die Röhre. Denn die AirTags sind nur mit Apple-Geräten nutzbar.

Ideal wäre ein offener Standard, an dem jedes Smartphone, egal welchen Herstellers teilnehmen kann. Oder dass Apple die Nutzung der AirTags auch für Android freigibt. Wobei ich das als äußerst unwahrscheinlich erachte.

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Dominik Sichling

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