Eurovision Song Contest 2022

Mein musikalischer Fixpunkt des Jahres rückt näher. Und auch in diesem Jahr mache ich mir keine großen Hoffnungen für unseren deutschen Beitrag.

Malik Harris ist der Sohn des ehemaligen Talkshow-Moderators Ricky Harris. Sein Song „Rockstars“ ist gewiss nicht schlecht, aber leider mal wieder nicht siegeswürdig für einen musikalischen Wettbewerb wie diesen. Das liegt wohl daran, dass die Jury im Vorentscheid nur Titel ausgewählt hat, die sich problemlos im Radio spielen lassen, ohne dass sich der geneigte Stammhörer zu sehr von seinen Hörgewohnheiten ablenken lässt. Dass es bei so einem Wettbewerb wie dem ESC auf wesentlich mehr ankommt, wird dabei völlig außer Acht gelassen.

Versteht mich nicht falsch: „Rockstars“ ist ein schönes Lied, aber gewinnen werden wir nach meiner Einschätzung damit nicht. Fast 130.000 Menschen haben sich im Vorfeld über eine Petition dafür ausgesprochen, die Band Eskimo Callboy Electric Callboy zum Vorentscheid zuzulassen. Ein eindeutiges Zeichen. Dabei ging es nicht unbedingt, darum, die Band direkt zum ESC zu schicken. Aber den Zuschauern beim Vorentschied zumindest diese Option zur Auswahl zu stellen, wäre ein Zugeständnis an die Zuschauer gewesen, die hier ja durchaus mitentscheiden dürfen und wollen.

Aus irgendeinem Grund wollte man „Pump it“ von Electric Callboy nicht im Wettbewerb haben. Vermutlich aus Angst, die Band könnte den Vorentscheid tatsächlich gewinnen und für Deutschland zum ESC nach Turin fahren. Wir hätten damit allerdings einen durchaus hervorstechenden Beitrag gehabt, der damit durchaus auch Chance auf die vorderen Plätze gehabt hätte. Dass es dabei auch durchaus mal härter zugehen darf, konnte man bereits bei Lordi (Sieger 2006) oder Måneskin (Sieger 2021) sehen.

Ich möchte gerne mal wieder einen ESC erleben, in dem ich mich auf den Auftritt von Deutschland freue und mit unserem Teilnehmer mitfiebern kann. Mit tatsächlicher Hoffnung auf einen Sieg oder zumindest einen vorderen Platz.

Mein Favorit

Ich muss zugeben, dass mich bisher nur wenige Songs aus dem diesjährigen Teilnehmerfeld so richtig ansprechen. Dennoch habe ich einen klaren Favoriten. Und der ist von einer Band, die man bereits kennt. 2003 landeten The Rasmus mit „In the Shadows“ einen Riesen-Hit und landeten bis auf Platz 1 der deutschen Single Charts.

Am Eurovision Song Contest nimmt die Band dieses Jahr mit „Jezebel“ für Finnland teil.

Die Ukraine beim ESC

Nachdem Alina Pash Ihre Teilnahme für die Ukraine zurückgezogen hat, wurde die Band Kalush Orchestra nachnominiert. Sie waren im Vorentschied zweitplatzierte und hatten eine hohe Zustimmung der Zuschauer.

Die Buchmacher sehen die Ukraine derzeit ganz weit vorne und somit als den Sieger des Eurovision Song Contest 2022.
Es ist aber durchaus denkbar, dass dieses Ergebnis mit dem Krieg in der Ukraine zusammenhängt.

Warum die Ukraine beim ESC nicht gewinnen sollte

Derzeit blickt die Welt auf die Ukraine und den Konflikt mit Russland. Der Gedanke liegt nahe, dass es den Menschen dort derzeit schlecht geht und man sie deshalb gewinnen lassen sollte.

Allerdings finde ich diesen Ansatz falsch. Dadurch würde man einen Teilnehmer aus politischen Gründen bei einem musikalischen Wettbewerb gewinnen lassen, welcher explizit eines nicht sein will: politisch.

In den Regeln heißt es:

Texte, Ansprachen und Gesten politischer Natur sind während des Contests untersagt. Dies gilt ebenso für Texte oder eine Bühnenshow, die den Wettbewerb allgemein in Misskredit bringen könnten oder Werbung für Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen machen.

Der ESC ist eine unpolitische Veranstaltung. Alle teilnehmenden Rundfunkanstalten einschließlich der ausrichtenden Rundfunkanstalt haben dafür Sorge zu tragen, dass innerhalb ihrer jeweiligen Delegationen und Teams alle erforderlichen Schritte unternommen werden, um sicherzustellen, dass der ESC in keinem Fall politisiert und/oder instrumentalisiert wird.

Wenn die Ukraine den ESC gewinnen sollte, dann aber für die musikalische Darbietung und nicht aus Mitleid mit den Kriegsopfern. Nüchtern betrachtet können die sich von dem Sieg nämlich nichts kaufen. Ganz im Gegenteil: Die Ukraine müsste den Contest dann im folgenden Jahr ausrichten, was mit hohen finanziellen Belastungen einhergeht. Damit wäre der Ukraine ein Bärendienst erwiesen. Dieses Land hat derzeit und auch in absehbarer Zeit ganz andere Probleme vor sich, als einen europaweiten Musikwettbewerb zu veranstalten.

Recap

Wer sich vorab alle 40 teilnehmenden Songs anhören möchte, kann das in dieser etwas über 20-minütigen Zusammenfassung tun:

Der Eurovision Song Contest startet im Mai. Am 10. und 12.Mai ist das erste und das zweite Halbfinale auf ONE zu sehen. Das große Finale strahlt dann das Erste am 14.Mai aus. Beginn jeweils um 21 Uhr.

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Dominik Sichling

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