Hört auf mit dem Ketchup-Geiz!

Als leidenschaftlicher Hobby-Koch empfinde ich es als Affront, wenn jemand Ketchup über mein Essen schüttet. Es gibt allerdings Gerichte, da gehört das einfach dazu. z.B. (fast) alle Gerichte mit Pommes als Beilage.

Leider fällt mir in der Gastronomie immer wieder auf, dass mit Ketchup auf seltsame Weise gegeizt wird.

Entweder wird von vorneherein nur ein Beutelchen Ketchup (20 ml) herausgegeben, oder man muss dafür extra bezahlen. Meist 30–50 Cent pro Beutel. Das ist nicht nur unverschämt teuer, sondern auch ein wahnsinniger Müllberg.

Dabei ist Ketchup doch gar nicht so teuer. Bei einem bekannten Großhändler bekommt man 100 Päckchen Heinz-Ketchup für 7,99 € netto (manchmal auch 9,99 €). Das macht 10 Cent pro Päckchen. Vom Gast werden aber vornehmlich mehr als das doppelte verlangt.

Manch einer wird jetzt sagen, dass der Gastronom ja auch noch was verdienen will. Das mag richtig sein, aber sicherlich wird er seinen Umsatz nicht über Ketchup einfahren, sondern eher über die eigentlichen Gerichte und Getränke. Das Salz auf dem Tisch und ein eventueller Zahnstocher wird ja auch nicht extra berechnet.

Es geht aber günstiger!

Es muss nicht immer Marken-Ketchup von Heinz sein. Metro bietet auch Ketchup der Eigenmarke Aro an. Kauft man diese im 10L-Eimer, kostet dieser 16,49 €. Der Literpreis reduziert sich dadurch von 4 € pro Kilo (Heinz Päckchen) auf sagenhafte 1,65 € pro Liter (Eimer Eigenmarke).

Wir kommen somit auf einen Preis von knapp 3 Cent pro 20ml Portion Ketchup. Gehen wir mal von einem Schnitt aus, bei dem ein Gast 2 Portionen Ketchup benötigt (Ausreißer nach oben oder unten gibt es immer wieder mal), kommen wir also auf durchschnittlich 6 Cent pro Gast.

Ich gebe zu, dass ich wenig Ahnung von der Preisberechnung in der Gastro habe, aber mir kann keiner erzählen, dass es unmöglich ist, einen Posten von 6 Cent in der Kalkulation mit unterzubringen.

Wie soll das mit dem Eimer funktionieren?

Das kommt ganz auf die Art der Gastronomie an. Bei Selbstbedienungskonzepten, bietet es sich an, den Eimer an der Kasse oder der Essensausgabe zu platzieren. Es gibt verschiedene Behälter mit Pumpsystem, mit denen sich die Sauce hygienisch dosieren lässt. Manche lassen sich sogar direkt auf den Eimer aufsetzen.

In der Gastronomie mit klassischem Bedienkonzept wären nachfüllbare Flaschen ideal. Die sind günstig zu bekommen und wiederverwendbar. Und wenn die Ketchup-Orgie nicht eskalieren soll, dann hier noch ein Tipp: Man muss die Flasche nicht komplett voll machen.

Und nun?

Ich könnte prima damit leben, wenn das Gericht einfach 50 Cent mehr kostet, ich aber dafür nicht bei jedem Päckchen Ketchup mit einer Preisansage gegängelt werde. Oder einen Blick abbekomme, der mir ein schlechtes Gewissen aufdrückt, weil ich mich erdreiste, NOCH MEHR KETCHUP haben zu wollen. Ich glaube nicht an den finanziellen Ruin der Gastronomen, ausgelöst durch den Ketchup-Konsum der Gäste.

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