Twitch – Bestandsaufnahme

Twitch ist eine Livestreaming-Seite, welche hauptsächlich Personen zeigt, wie sie Videospiele spielen oder sich mit ihrem Chat unterhalten. Die zu Amazon gehörende Seite ist enorm populär und oft schauen zehntausende Personen einem sogenannten Streamer dabei zu, wie er sein Programm präsentiert.

Mein Ziel ist es, mir einen Eindruck zu verschaffen, was hier geboten wird. Natürlich ist das Ziel der Broadcasts, dass man sich diese stundenlang ansieht, aber der Ersteindruck ist wichtig, um sich zu entscheiden, welchen Programmen man nun folgen möchte oder nicht. Ziel ist eine Bestandsaufnahme des Ersteindruckes.

Ich browse also durch die Tags „deutsch“ und „german“. Nach zehn Minuten wird weitergezapped.

https://www.twitch.tv/ungespielt 3041 Zuschauer

Auf der Startseite klicke ich direkt auf den ersten Link, den Namen kenne ich noch von YouTube.

Es wird World of Warcraft gespielt. Im Hintergrund lauft poppige Musik, wie man sie aus einem Anime erwarten würde. Unge ist in einem Voicechat mit anderen Spielern, die auch im Stream zu hören sind. Die Audioqualität der Mitstreiter schwankt stark und gerne wird auch mal ins Mikrofon geatmet.

Die Unterhaltung erinnert mich stark an Konversationen, die ich früher in TeamSpeak-Kanälen mit Clan-Mitgliedern hatte. Gespräche finden nicht wirklich statt, es werden mehr Informationen und Inside-Jokes getauscht.

Manchmal beantwortet Unge eine Frage aus dem Chat, die, so wirkt zumindest sein Tonfall, schon hunderte Male gestellt wurde. Der Stream läuft grade in die 8. Stunde. Nach so viel Zeit hätte ich nichts mehr zu sagen, kein Wunder, dass er sich weitere Spieler zum Austausch geholt hat.

Die Qualität des Bildes ist hoch und man merkt hier die Erfahrung in der Medienproduktion.

https://www.twitch.tv/noway4u_sir 14363 Zuschauer

Der, zum Schauzeitpunkt, größte Stream war NoWay4u_Sir. Er spielt League of Legends und nach seiner Kanalbeschreibung zu urteilen, ist er sehr gut darin. Er wartet grade darauf, dass sein LOL-Spiel beginnt und beantwortet Fragen aus dem Chat. Jede Frage endet in einer kleinen Geschichte, was nach 4:30 Stunden Stream eine respektable Leistung ist. Nach so viel Zeit hätte ich meine Lebensgeschichte fertig erzählt und nichts mehr zu kommunizieren. Die Themensprünge von einem kommenden Turnier, zu Diäten, zum Klettern sind willkürlich, werden aber sauber zusammengeführt. Auch ohne Kontext komme ich sofort problemlos mit und verstehe die Narrativen des Streamers.

Auch bedankt er sich brav für jeden Subscriber, also jede Person, die ein freiwilliges, kostenpflichtiges Abonnement abschließt.

Das Spiel beginnt nun, man merkt ihm nun stark die Konzentration an, aus den Geschichten werden kurze Aussagen, Stillephasen und Mitsummen der Hintergrundmelodie.

Es ist nun kein kommentiertes Spiel, bei dem wir einen Gesamtüberblick mit Fachkommentar bekommen, sondern mehr der direkte Eindruck des Spielers in der jeweiligen Spielsituation.

https://www.twitch.tv/chnorzy 1 Zuschauer

Ich sortiere mal nach wenig geschauten Kanälen. Erschlagen werde ich von hunderten Kanälen mit 0 oder einem Zuschauer. Es sind Teststreams, Naturkameras und Dinge, die ich mal als erste Gehversuche bezeichnen würde. Ich klicke mich durch die Streams mit Kamera und finde Chnorzy. Er spielt ein asiatisches Spiel und redet gelegentlich mit diesem. Im Chat findet ein Pokemon-Fangspiel statt, niemand nimmt teil. Klar, bin ja auch nur ich da.

Gerade hat er einen Rettich gefunden. Ansonsten passiert wenig, hauptsächlich wird sich durchs Menü geklickt. Ich folge ihm mal. Er bedankt sich für den Follow, das scheint bei allen zum guten Ton zu gehören, der Fokus liegt weiter auf dem Spiel.

„Wie ist es, ein kleinerer Twitch-Streamer zu sein?“

„Ich streame noch nicht lange, vorher habe schon viel gespielt und irgendwann gefunden, dass ich auch ein bisschen streamen kann. Früher habe ich oft mit Kumpels gezockt und das ist jetzt nicht mehr so oft. Deswegen dachte ich: Mal etwas anders machen!“, beantwortete der Streamer meine Frage.

https://www.twitch.tv/revedtv 6375 Zuschauer

Mit Antonia kann man gerade fernsehen. Gemeinsam mit einer anderen Dame reagiert sie live auf die Reality-TV-Sendung „Rosins Restaurant“. In den oberen Ecken sind jeweils die beiden Streamerinnen zu sehen. In den unteren Ecken Bullshit-Bingo-Karten.

In der Mitte läuft ein YouTube-Video der Sendung einfach ab. Hin und wieder wird pausiert und ein kurzer Kommentar abgegeben. Es wird reagiert, nicht diskutiert.

Der Chat läuft so schnell, dass er kaum lesbar ist, zwischen Kommentaren zur Sendung und immer wieder wiederholten Ein-Wort-Phrasen, bei denen es sich um In-Jokes handelt, weisen die Zuschauer auf den gerade gemeldeten Tod der Queen mit. Die Streamerinnen interagieren kaum mit dem Chat, irgendwann „reacten“ sie dann auf die Nachricht. Auch dieses Thema wird schnell abgehakt und die Sendung weiter geschaut.

https://www.twitch.tv/diedoni 606 Zuschauer

Doni chattet mit ihren Zuschauern und wünscht jedem einen guten Morgen. Sie erzählt davon, wie viel Stress das Telefonieren für sie ist. Sehr ausdrucksstark spricht sie ins Mikrofon, leider mit Sound-Verzögerung, sodass der Ton nicht zum Gesehenen passt. Die Hintergrundmusik schneidet hin und wieder ab, scheinbar hat sie einen Kopf dafür.

Sie erzählt weiter ihre Geschichte und geht im Nebensatz auf den Chat ein. „ich ging, danke XX fürs Abo, in den Laden“ ist eine sich wiederholende Satzstruktur, mit welcher zwei Geschichten gleichzeitig erzählt werden.

Zum Ende der Geschichte, die kein wirkliches hatte, wird gevaped.

Nun geht es um den Teletext, und ich bekomme 10 Kanalpunkte und Prime-Loot. Es wird auf eine andere Person gewartet und Slots versprochen.

https://www.twitch.tv/flaymtv 19 Zuschauer

Mit seinen wenigen Zuschauer chattet Flaym intensiv seit einer Stunde. Die Chatnachrichten werden auch noch im Bild eingeblendet. Das haben viele, ich verstehe nicht, warum.

Er gibt sich viel, eventuell etwas zu viel, Mühe die Chatnachrichten zu beantworten.

„Wie beurteilst du den Zustand des deutschen Twitch-Umfelds?“, frage ich ihn, mit einer 5-€-Spende.

„Ich finde, von dem was ich gesehen habe, Twitch Deutschland ziemlich geil. Die Gamescom-Thematik hat man sicher mitbekommen, und Slots, finde ich sehr schwierig. Von den Creatorn finde ich es sehr angenehm. Ich bin super der kleine Fisch, aber wir haben super coole offene empathische Creators, die einfach crazy sind. Klar, es gibt Ausnahmen und Probleme, aber es liegt oft an Twitch – tut mir leid. Denkt mal über eure enforcement policy nach. Aber ich finde es schon großartig, bis auf ein paar Ausfälle“, beantwortet er die Frage mit vielen Danke für den Support und die Aufforderung, dass man auch einfach ohne Geld Fragen stellen kann. Sympathisch.

Er wirkt sehr dankbar für eine kleine Unterstützung und greift das nun gesetzte Thema „Twitch“ wiederholt auf. Er blüht auf, wenn er aus seinem Chat ein neues Thema bekommt. Man merkt, dass er gerne redet und das zieht einen mit! Er gibt sein moralisches Weltbild wieder und versucht zu seiner Haltung zu stehen, ohne ausfallend zu werden. Bislang definitiv der Unterhaltsamste des Abends.

https://www.twitch.tv/xsansaria 5 Zuschauer

Sansaria versucht sich mit dem Chat zu unterhalten, die Queen ist das Thema. Irgendwer spricht im Hintergrund mit ihr, ist aber nicht zu verstehen. Nun wechselt das Thema zu der Spende eines Nutzers, die nicht im Stream angezeigt wurde.

Es passiert nicht wirklich was, aber später soll es Gameplay geben.

https://www.twitch.tv/jorena 43 Zuschauer

Mit dem Titel „wer reinschaut ist cool“ lädt sie ihre Zuschauer zum Stream ein. Da ich natürlich auch cool sein will, schaue ich rein. Es gibt gerade Probleme mit dem Stream Interface, diese werden live korrigiert. Der Chat ist sehr unfreundlich, sie wirkt überrascht vom Tonfall. Auch sie hat Probleme mit der Synchronität zwischen Ton und Bild. Wohl ein verbreitetes Problem auf Twitch.

Nun wird die Adresse eines Amazon-Paketes geschwärzt, welches ihr ein Zuschauer zukommen hat lassen. Sie ist begeistert über das Geschenk und selbst der Fakt, dass es eingepackt ist, begeistert sie enorm. Der Geschenk-Zettel fordert sie dazu auf, es erst auszupacken, wenn der Schenkende den Stream sieht. Er ist jedoch nicht da, ausgepackt wird trotzdem. Es handelt sich um einen Schlafanzug.

Die Begeisterung ist schnell wieder vorbei, sie geht zurück in den Chat-Kommunikationsmodus und wirkt etwas gelangweilt.

https://www.twitch.tv/0nlyflo 52 Zuschauer

Nachdem Flaym seine Ungunst gegenüber den Slot-Streamern ausgedrückt hat, sehe ich mir einen der fünf mit „Deutsch“ getaggten Slots-Streamer mal an.  Er gewinnt gerade 11 € in einem Online-Casino. Unten im Bildschirm ist ein 18+ Bildchen und ein Banner der britischen Aktion „gambleaware“. Die Gummibärchen-Slots fliegen in den Bildschirm und er redet mit dem Chat.

Dann geht Flo aufs Klo geht und der Slotautomat läuft einfach weiter.

Nun ist er ohne Worte wieder zurück und gewinnt 1,44 €. Die immergleichen Töne des Glücksspiels erinnern an die mittelmäßige Hintergrundmusik anderer Streams.

https://www.twitch.tv/casinotest24 76 Zuschauer

Der Casino-Tester versucht gerade, mit 10.000 € möglichst viel Geld zu gewinnen. In einem Spiel mit ägyptischem Stil verwettet er 2 € pro Einsatz. Der eingeblendete Kontobetrag schwindet schneller als der Geldbeutel an einer Tankstelle. An einem echten Automaten dürfen maximal 60 € pro Stunde verloren werden, hier dauert das etwa 2 Minuten.

„Wie beurteilst eigentlich du das Image, welches Casino-Streamer im deutschen Twitch haben?“ frage ich den Streamer.

„Ich denke alles, was so ein bisschen mit Sucht zu tun hat, ist das Image nicht gut, ich denke ein Dealer hat auch kein gutes Image. Mich interessiert es wirklich nicht. Ich mache mein Ding, entweder es passt den Leuten oder nicht, man kann nie alle überzeugen. Es gibt immer Leute, die es negativ sehen, und Leute, die es halt enjoyen. Die gucken sich halt abends lieber ein Stream vom Casino an als von was anderem. Ich meine im Endeffekt, ich verletze keinen oder belästige keinen, Leute können zuschauen oder nicht“, führt er aus.

https://www.twitch.tv/quitelola 3100 Zuschauer

Neuer Tag, neues Glück. Jetzt schaue ich mir mal Kanäle an, von denen Twitch meint, dass sie mir gefallen könnten.

Lola läuft durch Düsseldorf und diskutiert mit ihrem Begleiter das Abendessen. Sie ist sich aber nicht ganz sicher. Die Abendpläne werden diskutiert und der Chat ist begeistert von der Idee des Bowlings.

Laut Profil ist sie eine IRL-Streamerin, also zeigt sie das wahre Leben, und sitzt nicht an einem Schreibtisch und spielt etwas. Das führt natürlich dazu, dass sie weniger auf den Chat reagiert, obwohl sie fast permanent in ihr Handy schaut. Die Konversationen erinnern mich an den Weg zur Kneipe mit Freunden, bei dem intensiv diskutiert wird, welche coolen Aktionen man am Abend noch macht, jedoch am Ende nur ein paar Bierchen am Tresen getrunken werden.

Die technische Qualität des Streams ist hoch. Ihr Gesicht ist immer gut im Bild, die Audio-Qualität besser als bei vielen mit Standmikro und das Bild läuft flüssig. Beim Zustand des deutschen Mobilfunknetzes bin ich überrascht davon, hier wurde offensichtlich in gutes Equipment investiert und Lolas Erfahrung zeigt sich in der sauberen Kamerahaltung.

Nun sitzen die beiden in einem Auto und versuchen den Weg zum nächsten Ziel zu finden, irgendwie geht es nicht voran, ob nun Bowling gespielt wird, weiß weder der Chat, noch ich.

https://www.twitch.tv/pklele 9 Zuschauer

Patrick speilt CS:GO, da kenne ich mich aus. Man hört nicht nur ihn, sondern auch seine Mitspieler. Die Gruppe ist erheitert, dass ein Gegner „getasert“ wurde, was das Ergebnis eines guten Callouts ist. Da kann man noch was lernen.

Im Chat passiert gar nichts, der Streamer ist voll auf sein Spiel konzentriert, obwohl er seit dreieinhalb Stunden aktiv ist. Dann schreibe ich mal und es wird interagiert. Es ist tatsächlich interessant, wie gut er sich direkt auf seinen einen aktiven Zuschauer einstellt, und langsam werden es mehr, bei 1.200 Followern würde man ja auch erwarten, dass mehr einschalten.

Marvin, „die Legende“, gewinnt eine der Runden knapp. Es wird nun über verschiedene Plants diskutiert, leider wird keine der Positionen erklärt, ich habe keine Ahnung, worum es geht. Klar, könnte man hier fragen, aber einen Streamer, der sich nur auf einen selbst fokussiert, empfinde ich mittlerweile als unangenehm. Man will ja nicht die „Show“ stören. Da abonniere ich mal, eine Subskription pro Monat ist mit Amazon Prime kostenlos.  Der Streamer bekommt ein paar Euro dafür, gut für die Streamer.

https://www.twitch.tv/kayayanar 3500 Zuschauer

In der Chat-Kategorie finde ich einen klassischen Promi. Kaya Yanar ist live. Er hat Probleme mit seinem Licht und der Ton passt nicht zum Bild, das Verzögerungsproblem ist wieder da. Scheinbar ist man auch als Prominenter davon nicht verschont.

Er kündigt eine Folge in einem Format an, in dem er auf etwas reagiert. Die Pokerface-Challenge, mit einer Nummer, die er vergessen hat, soll nun beginnen, ich bin gespannt.

Kaya schaut ein Video, in dem unerwartete Sachen passieren, und man nicht lachen darf, sonst verliert man Punkte. Im Chat werden die Punkte getrackt. Die Videos sind sicherlich unerwartet, aber nicht sonderlich gut. Der schnelle Schnitt gibt einem keine Zeit zu reagieren. Deshalb muss Kaya zurückscrollen, um Videos, zu denen er einen Kommentar hat, zu kommentieren.

https://www.twitch.tv/vamyuna 9 Zuschauer

Eine weibliche Stimme wird auf einen Anime-Avatar gelegt. Ein V-Tuber. Sie redet mit dem Chat und reagiert auf jeden, sie betont, wie viel Spaß ihr das Gespräch mit den Zuschauern macht.

Ein Chatter gesteht eine Sünde. Er hat eine Hawaii-Pizza gegessen. Ich informiere sofort die Bild-Leserreporter. Jemand erzählt vom Kantinensystem der Bundeswehr, das Wort Feldküche fällt überraschend oft.

Jetzt geht’s richtig los, jemand hat eine Abo geschenkt, die Streamerin (bzw. ihr Avatar) ist vollkommen aus dem Häuschen. Im Chat erkennt man, dass der Schenkende bereits 95 Abos für den Kanal geschenkt hat. Bei 3-5 € pro Abo ist das schon eine Stange Geld.

Da schenkt der Gleiche nochmal ein Abo. Zwar zahlt der Zuschauer hier für Aufmerksamkeit, bekommt aber genauso viel davon wie der Soldat, welcher von der Verpflegung der Bundeswehr berichtet.

Es wird schon wieder ein Abo geschenkt und dann noch eines, nun sind es 98. Die Streamerin ist mit 10 Zuschauern profitabler als so mancher große. 99. Irgendwas macht sie scheinbar richtig, ich verstehe aber nicht was. Jemand gibt 2 € aus, um einen halbsekündigen Sound zu spielen.

Noch ein Zuschauer schenkt 10 Abos, daraufhin gibt sich der Original-Schenker nicht die Blöße, und gibt auch 10, dann eine dritte Person, dann wieder die erste. Insgesamt erhält sie etwa 100 Abos. Nachdem sie sich wieder eingekriegt hat, kündigt sie einen „Battle“ an, wer am meisten „gesubbt“ hat. Klug, hier wird richtig Geld verdient. Nun habe ich auch ein Abo, mir wurde ja eines geschenkt. Nun sind es 200, sie ist vollkommen überfordert. Die Notifications, dass jemand mehr als 10 Abos geschenkt hat, ploppen nur so ein, der Top-Spender ist nun bei 182 Abos gesamt. Twitch verkauft 100 davon für 399 €. Jemand gibt 49 Abos, eine Aktion, die 196 € kostet. Da lässt sich natürlich sein Gegner nicht lumpen und legt mit 50 nach.

Jetzt gibt es keine Abos mehr, sondern es werden kostenpflichtige Soundclips eingespielt. Zwischen 4 und 10 € kostet das, und einer folgt nach dem nächsten.

Fazit

Twitch ist vielfältig, jedoch gleichzeitig sehr von seinen Formaten limitiert. Der Zwang, live zu sein und sehr lange zu streamen, sorgt für oft zähe Unterhaltung. Dass es für jedes Spiel eine eigene Kategorie gibt, jedoch nur 2-4 Kategorien für das „Real Life“ sorgt für ein großes Misch-Masch in diesem Bereich. Bis auf „pklele“ und „kayayanar“ hatte keiner der Streamer ein Programm oder einen ersichtlichen Plan, sondern improvisierte anhand der Stimmung im Stream.

Ich denke der entscheidende Faktor ist hier die Art, wie ich auf Twitch populär werden kann. Bei On-Demand-Videoseiten wie YouTube habe ich die Möglichkeit, mit einem sehr guten Video viral zu gehen und so für meine Mühe entlohnt zu werden. Bei Twitch bringt mir das wenig. Wenn ich den besten Stream aller Zeiten produziere, aber dieser nur eine Stunde geht, komme ich, ohne vorher aufgebautes Publikum, auf ein Dutzend Zuschauer.

Das belohnt Streamer, welche viel Zeit investieren, und eine Verbindung mit der Community aufbauen können. Wächst der Streamer nun in einen relevanten Bereich, so wird er mehr zum Moderator einer Community, welcher die Diskussion steuert und mit dem Spiel oder Thema einen Grundtenor setzt. Nun zu erwarten, dass diese Streamer auf einmal von einer Unterhaltungsshow im Stil eines virtuellen Wohnzimmers zu einem produzierten Unterhaltungsformat mit Sendungsplanung und evtl. sogar Mitarbeitern umstellen, ist nicht realistisch.

Im gesamten Online-Bereich fällt mir nur LTT ein, welcher es geschafft hat, aus seinem persönlichen Kanal ein Medienunternehmen zu schaffen. Rocketbeans hatte zumindest versucht einen Kanal aufzubauen.

Twitch Deutschland hat Potenzial, aber noch viel Luft nach oben.

Update: Twitch hat Slots-Streams gebannt.

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